ofen01Die Bundesregierung hat sich ehrgeizige Klimaziele gesteckt: so sollen die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 % gegenüber 1990 gesenkt werden. Eine wesentliche Säule dabei spielt die Energieeffizienz, d.h. die Verringerung des Energieverbrauchs bei gleichbleibender Produktionsmenge und -qualität.

Damit dieses Ziel erreicht werden kann, hat die Bundesregierung im April 2015 im Rahmen der Europäischen Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EU das Energiedienstleistungs-Gesetz (EDL-G) geändert. Ziel ist es, die Energieeffizienz bis 2020 um 20 % zu steigern. Das Gesetz, das seit dem 15. April 2015 geltendes Recht geworden ist, sieht vor, dass alle Unternehmen, die kein KMU sind, tätig werden müssen (den genauen Gesetzestext finden Sie hier). Demnach müssen alle Nicht-KMU bis zum 5. Dezember ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 bei sich durchgeführt haben und im 4-Jahresabstand regelmäßig durchführen (ein Merkblatt der BAFA zu Energieaudits finden Sie hier). Davon ausgenommen sind Unternehmen, die bereits ein validiertes Energiemanagement-system nach DIN EN ISO 50001 oder Umweltmanagementsystem nach EMAS eingeführt haben.

Die Frist für die Umsetzung in den Unternehmen ist recht knapp bemessen – entsprechend groß sind auch die Fragen bei den Betroffenen. Eine sehr wichtige Frage ist, wen diese Pflicht überhaupt betrifft. Alle Unternehmen, die nicht den KMU-Status erfüllen – die also mehr als 250 Mitarbeiter (Vollzeit-Äquivalent) oder in den letzten beiden abgeschlossenen Geschäftsjahren einen Umsatz von mehr als 50 Mio. € gemacht haben oder eine Bilanz von mehr als 43 Mio. € aufweisen – müssen jetzt tätig werden! Etwas komplizierter ist es bei „Verbund-Unternehmen“ oder „Partner-Unternehmen“. In der Broschüre „Die neue KMU-Definition – Benutzerhandbuch und Muster-erklärung“ (hier) finden Sie die entsprechenden Informationen.

Bei dem Energieaudit nach DIN EN 16247-1 muss zunächst ein Verantwortlicher für das Audit benannt werden. In Bezug auf den Energieverbrauch des Betriebs müssen möglichst Messungen durchgeführt oder nachvollziehbare Hochrechnungen bzw. Schätzungen angestellt werden. Die Daten müssen so „repräsentativ sein, dass sich daraus ein zuverlässiges Bild der Gesamt-energieeffizienz ergibt und sich die wichtigsten Verbesserungsmöglichkeiten zuverlässig ermitteln lassen.“ [EDL-G, § 8a (1), 5]. Wer sich jetzt entschließt, ein Energiemanagement-System nach ISO 50001 in seinem Unternehmen einzuführen, kann mit den Arbeiten dazu beginnen, um die Anforderungen des EDL-G zu erfüllen. Genaue Informationen zu diesem Thema finden Sie hier. Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an das EnEff-Bäckerei-Team wenden – wir vermitteln Ihre Anfragen weiter: Jörg Schulz, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 0471 80934–115.